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Neue Medien – Was man nicht in der Schule lernt

Der Einsatz von Computern garantiert noch keinen guten Unterricht, doch in den erfolgreichen Pisa-Ländern ist er selbstverständlich.

Der Inspektor der Schulbehörde ist beeindruckt. Was die Grundschule De Carrousel im niederländischen Apeldoorn zu bieten hat, erstaunt selbst den regelmäßigen Gast im Unterricht: Ein Schüler hält ein Referat über Südafrika und benutzt statt einer herkömmlichen Tafel ein interaktives Smartboard, auf dem er ohne Maus und Tasten schreiben und zeichnen kann. Alles, was sein Stift auf der elektronischen Tafel hinterlässt, wird in Druckschrift umgewandelt und gespeichert.

Ein Mitschüler fragt: Sag mal, wie groß ist eigentlich Kapstadt?” Der Referent tippt auf das Internetsymbol seines Smartboards, eine Luftaufnahme der Küstenstadt erscheint. Um die nächste Frage zu beantworten, muss er zu einer früheren Stelle seines Referates zurückkehren. Klick, klick, ist er wieder auf der richtigen Seite ­ und erklärt noch einmal, was an der Tafel längst weggewischt worden wäre.

,,Toll”, sagt Inspektor Bert Jaap van Oel, ,,die Schüler waren voll dabei, und keine Frage blieb offen.” Doch der Schulprüfer lobt nicht nur das Referat. Auch die digitalen Lektionen, die die Schule ins Netz stellt, hält er für vorbildlich. Kranke Kinder könnten sich so auf dem Laufenden halten, und auch die anderen Schüler nützten die Digi Lessons” ­ zu Hause oder in der Schule, in ihrem eigenen Tempo, alleine oder in Gruppen.

Seit die Niederlande 2003 bei der Pisa-Studie hervorragend abgeschnitten haben, blickt man auf der Suche nach Vorbildern gerne auf das Nachbarland. Darum war auch der Schulinspektor van Oel am letzten Januartag zu der Tagung Schule und neue Medien im Spiegel von ,,Pisa und Co” in Berlin zu Gast. Er leitet in der niederländischen Schulbehörde Inspectie van het Onderwijs in Utrecht eine Abteilung, die sich ausschließlich mit den Informations- und Kommunikationstechnologien beschäftigt. Längst nicht alle Schulen seien so weit wie die in Apeldoorn, sagt er, ,,aber alles in allem sind wir ziemlich weit vorne”.

Die Teilnehmer der internationalen Konferenz auf Einladung des Vereins ,,Schulen ans Netz” waren sich einig: Der Einsatz neuer Medien im Unterricht ist didaktisch sinnvoll, der Erwerb einschlägiger Kompetenzen ist notwendig. Der ,,verständige Umgang” mit Informationstechnologien sei ein ,,unentbehrliches Handwerkszeug”, sagte Andreas Vogel, Leiter des Referats Neue Medien im Bundesbildungsministerium. Wer dieses Werkzeug nicht handhaben könne, falle in der Beschäftigungsfähigkeit und damit auch bei der ,,gesellschaftlichen Teilhabe weit zurück”.

Da wäre es doch schön, wenn die deutschen Schulen ihre Absolventen zumindest in Sachen Informationstechnologie auf einem einheitlichen Stand ins Leben entlassen würden. Leider ist das Gegenteil der Fall: Zwar verkündete Bildungsministerin Edelgard Bulmahn 2003 stolz: ,,Alle Schulen sind am Netz.” Doch immer noch lernt nur eine Minderheit der Schüler, sich darin auch zielorientiert zu bewegen. ,,In keinem Industriestaat werden Computer und Internet so selten als Lernwerkzeug genutzt wie in Deutschland”, sagt Martin Senkbeil vom Kieler Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Verfasser des Computer-Parts der deutschen Pisa-Studie.

Neben den mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen hat die jüngste internationale Schülerleistungsstudie nämlich auch nach der Rolle von Computern sowie nach einschlägigen Kenntnissen gefragt. Das Ergebnis: Deutsche 15-Jährige sind zwar überdurchschnittlich interessiert an Computern und Internet, fühlen sich aber durch die Schule unterdurchschnittlich informiert. Nur jeder zehnte gibt den Unterricht als oberste Vermittlungsinstanz an; alle anderen haben ihr Wissen von Freunden, Familie oder autodidaktisch erworben. Erstaunt habe man festgestellt, dass die schulische Nutzung für das Computerwissen der 15-Jährigen so gut wie gar keine Rolle spielt, sagte Senkbeil.

Digitale Kluft in der Schule

Damit manifestiert sich auch bei den neuen Medien das größte Problem der deutschen Schule: die enge Kopplung zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben vier von fünf Abiturienten Zugang zu einem Computer, aber nur jeder zweite Hauptschüler. ,,Die digitale Spaltung zieht sich mitten durch die Schultypen”, sagt Vogel.

Einen statistischen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Computern und den mathematischen, naturwissenschaftlichen oder sprachlichen Leistungen von Schülern konnten die Pisa-Forscher zwar nicht nachweisen. Aber: In den meisten erfolgreichen Pisa-Ländern wie Dänemark, Hongkong oder Schweden wird der Computer etwa doppelt so oft eingesetzt wie in Deutschland. ,,Die Schulen dort sind nicht nur besser in der Vermittlung von Computerkenntnissen”, sagt Senkbeil, ,,sie sorgen damit auch für mehr Chancengerechtigkeit.”

In der internationalen Bildungsforschung sind die neuen Medien schon lange Thema. Seit 1990 weisen Studien von OECD, Weltbank oder Unesco immer wieder darauf hin, dass mit dem Computer in der Schule ­ so er denn pädagogisch sinnvoll eingesetzt wird ­ auch jenseits der Fachkenntnisse viele positive Nebeneffekte einhergehen.

Der Einsatz neuer Medien, fasst der Erziehungswissenschaftler Johan Pelgrum von der niederländischen Universität Twente zusammen, erhöhe die Motivation, fördere das selbstständige Lernen und breche das klassische Lehrer-Schüler-Verhältnis auf. Warum? Weil Computereinsatz und Frontalunterricht meist unvereinbar seien. Und weil viele Lehrer endlich einmal erstaunt feststellten, was ihre Schüler alles können ­ und sie nicht.

sumber

Posted Januari 8, 2013 by irhana512 in Deutschunterricht

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